HEU-Export gilt als echter Geheimtipp unter Bierfreunden

Die Bierbrauer vor ihrer neuen Heu-Bude. Da schmeckt das Export nochmal so gut.

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Essen-Horst-Eiberg.  Seit einem Jahr lassen einiger Horster Jungs Bier brauen. Das „Heu-Eiberger-Union“ kommt gut an. Nun haben die Brauer eine „Heu-Bude“ eröffnet.

In Horst wird wieder Bier gebraut – so lautete vor knapp einem Jahr die gute Nachricht für alle, die sich gerne einmal ein „kühles Blondes“ genehmigen. Mario J. Schlich und ein paar seiner Freunde hatten damals die Idee, die alte Brautradition im Horst wieder aufleben zu lassen. Seitdem hat sich das „Horst-Eiberger-Union“, ein bernsteinfarbenes Exportbier, zu einem echten Geheimtipp unter Bierfreunden entwickelt.

„Unsere letzte Produktion war bereits im November 2016 restlos ausverkauft“, erzählt Mario J. Schlich. Doch der Mann hat gute Nachrichten: „Ab dem 19. Januar nehmen wir wieder Bestellungen an. Ende Februar beginnt dann die Produktion in der Brauerei im sauerländischen Willingen.“

Das „Horst-Eiberger-Union“-Bier kommt sehr gut an

Das Projekt hat sich gemausert in den vergangenen Monaten, ohne Frage. Als die Hobby-Brauer ihr Getränk auf der Jubiläumsparty des Stadtteils offiziell vorstellten, da kalkulierte Schlich mit maximal 250 Kästen zu je sechs Flaschen a einem Liter Gerstensaft. „Nun sind wir immerhin bei 650 Kästen angekommen“, freut sich Schlich.

Die Vorbestellungen haben sich von damals 1500 Liter auf 4000 Liter erhöht. „Deshalb haben wir auch einen 18-Tonnen-Lkw gechartert, um die Fracht aus dem Sauerland nach Essen zu kutschieren.“ Trotz allem betont Schlich, dass es sich bei der Bierbrauerei weiterhin um ein Hobby und nicht etwa um ein neues Start-up-Unternehmen handelt. „Wir freuen uns einfach, dass unser Bier den Leuten so gut schmeckt.“

Vorbestellung von 1500 auf 4000 Flaschen gestiegen

Ihren Fans wollen die Neu-Brauer dennoch einiges Neues bieten. Zu diesem Zweck kann das süffige „Heu“ nun aus eigens gefertigten Gläsern genossen werden, die auf Wunsch zusammen mit einer Flasche im Duo auch in einer Geschenkbox zu bekommen sind.

„Die Boxen haben wir uns übrigens von der Caritas bauen lassen“, gibt Schlich einen kleinen Einblick in die innere Logistik des Heu-Projekts. „Eine solche Box steht beispielsweise auch im Steeler Archiv zur Ansicht“, sagt Schlich.

Neue Gläser gibt es auch in Geschenkbox

Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, haben sich die findigen Stammtischler mittlerweile einen kleinen Stützpunkt zugelegt – die „Heu-Bude“, wie sie ihn nennen.

Der ehemalige Kiosk am Sachsenring 149 in Eiberg war früher mal eine Pommesbude, dann stand er längere Zeit leer. „Wir nutzen ihn als Lager für die Bierkästen, aber wir haben uns dort auch eine gemütliche Theke gezimmert.“

Alter Kiosk war mal Pommesbude

Dort kann künftig auch Leergut abgegeben werden, wenn auch so mancher Kunde die ungewöhnliche 1-Liter-Flasche gerne mal als Souvenir behält. Ob noch im befüllten oder im leeren Zustand, das ist nicht überliefert.

Fakt ist, dass Bierfreunde ab dem 19. Januar in der Zeit von 17 bis 19 Uhr in der „Heu-Bude“ herzlich willkommen sind. Bei der Eröffnung können mit etwas Glück noch kleine Mengen Flaschenbier gekauft werden, weil vielleicht nicht jeder seine Bestellung abgeholt hat. „Doch das ist eher die Ausnahme, denn die Regel“, sagt Schlich. Aber Gläser mit einem Aufdruck stehen auf jeden Fall bereit.

Betriebsausflüge im Ford Transit

So richtig in Arbeit soll das Ganze nicht ausarten. Deshalb ist die Heu-Bude auch immer nur in jeder zweiten, ungeraden Woche besetzt. Immer donnerstags zur bekannten Öffnungszeit.

Die Pausen nutzen die „Heu-Brüder“ für Betriebsausflüge im unlängst angeschafften Ford Transit, Baujahr 1967. Schlich: „Ein hellblauer Traum auf vier Rädern mit neun Sitzen.“

Mit dem Vehikel wollen die Brauer dann auch die Feste in der Umgebung ansteuern, um ein bisschen Werbung für das eigene Bier zu machen. „Aber genaue Termine stehen noch aus“, sagt Schlich. „Es ist eben nur ein Hobby – aber ein schönes.“

Michael Heiße (WAZ 12.01.2017)